1972

Projekt Wohnpfeil
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Alfred Schmeller, der Direktor des Museums des 20. Jahrhunderts, kann 1972 dafür gewonnen werden, eine gemeinsame Ausstellung der österreichischen Architekturgruppen in seinem Haus zu organisieren. Arbeiten der Gruppen Haus-Rucker, Himmelblau, ZÜND-UP, Salz der Erde und Missing Link sollten vertreten sein. Es finden erste Kontaktgespräche hinsichtlich Zeitpunkt, Organisation und Finanzierung statt. Alfred Schmellers früher Tod verhindert die Realisierung, und es ist bezeichnend, dass sich danach niemand für die Weiterführung dieses für Österreich einzigartigen Projektes fand.
Salz der Erde entwickeln als neues Konzept den »WOHNPFEIL«. Motivation – Ideologie: »… wohnen ist ein notwendiges, existenzielles Grundbedürfnis. Grundbedürfnisse des Menschen sind jedem Individuum, ohne Ansehen der Person, des Geschlechtes, der Rasse, des Glaubens und der Potenz seines Kapitals, zu sichern. Die Wohnung muss als käufliche Ware aufgehoben und aus dem Marktzusammenhang genommen werden …«

Gliederung des Ausstellungsobjektes:

1. KLOKEIL: 2,5 m hoher/4 m langer Keil als Pfeilspitze aus zwei Wänden gebildet. Eingekeilt ein auf einem goldenen Thron gefesselter Typ.
2. TAFEL: 5 m lange Tafel (gedeckt), Übergang von Ordnung in Chaos im Konsumbereich, 14 Stühle, teilweise besetzt, mit lebensgroßen Puppen verschiedensten Ausdrucks, Bewegung, Sprache, angefesselt, sich abhebend und fliegend zur Pfeilspitze.
3. WOHNLAGER: 5 Stockbetten in stufenförmigem Aufbau: Türkenlager, Kindersegen, Kasernensegen usw. Belegt mit motorisch bewegten, sprechenden Puppen. Teilnahmemöglichkeit durch den Betrachter.
4. ALLERKLEINSTWOHNUNG MOBIL: Kombination auf Rädelchen aus: Kasten, Bett, Speis, Vitrine, Brause, Toilette, Telefon, Radio, Fernseher, Vorhang, Paravent, Haustier, Eigenbeleuchtung, grüner Ecke, Kochgelegenheit; Veränderungsmöglichkeit durch den Betrachter.