1971

Schöner Wohnen
Die Zehn Objekte
Mi Casa, Su Casa
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Salz der Erde und ZÜND-UP sind 1970 durch ihre Aktionen, Filme und Ausstellungen auch bei Kulturredakteuren schon bekannt. Sie werden zu einer Produktion des ORF – »Verbesserung Österreichs« unter der Leitung Alfred Payrleitners eingeladen. Der Film »Schöner Wohnen oder die Zerstörung des Wohnsarges« ist ein Klassiker der Salz-der-Erde-Zusammenarbeit:
Das Projekt wird vom ORF finanziert, die in vielen Sitzungen entwickelten Ideen, Szenen und das daraus resultierende »verrückte« Drehbuch wird akzeptiert.
Der Film wird im ORF-Studio, damals das Ronacher, professionell produziert und die Kulissen und Requisiten: rollendes Riesenauge, abschlaffende Bücherregale, aufgeschweisster Kühlschrank, in dem Donauschiffe vorbeiziehen, Motorradfahrer durchbrechen die Wohnzimmerwand, die Häuserzeile brennt, werden nach Salz-der-Erde-Anweisungen von ORF-Requisiteuren gebaut.
Der Plot ist eine Entwicklungsstory mit eigentümlichen Metamorphosen, durch den Einsatz des Blue-BOX-Verfahrens kommt es zu Veränderungen von Menschen, Raum, Zeit und Sozialstrukturen. Der Zusammenbruch der Idylle, das Niederbrennen alter Stukturen, der Aufbau von Alternativen und Zukunftsvisionen werden dokumentiert.
Während der Dreharbeiten im Ronacher findet das stärkste bisherige Erdbeben in Wien statt, Risse entstehen im Gebäude. We are the Salt of the Earth. Das großes Engagement der Salz-der-Erde-Akteure reißt alle ORF-Beteiligten mit. Unser Freund und Fotograf Gert Winkler dokumentiert die Dreharbeiten ohne Honorar, aber mit Begeisterung.