1970

Aktion Payerbach
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Salz der Erde
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Die Gruppe Salz der Erde wird als vorgesehener »auflockernder Unterhaltungsbeitrag« zum Internationalen Architektenkongress, der am 4. November 1970 im Looshaus in Payerbach stattfindet, durch den damaligen Vorsitzenden Professor Schweighofer eingeladen.
»… freilich ganz so harmlos ist die Architektur nicht ...« (Zitat). Die Aktion wird unterstützt durch die Installation der Objekte: Hitl, Kistl, Krippl, Taferln, mit einer genauen Choreografie für die Akteure, die festlegt, »den Architekten mit ihren eigenen Instrumenten auf die Finger zu klopfen …«. Nach dem Aufstellen der Requisiten-Objekte und dem Verteilen von hölzernen Grabkreuzen an die Kongressteilnehmer findet simultan zur Lesung der Agitationstexte das teilweise Entkleiden von Akteuren statt. Jascha hat, um seine Blöße zu bedecken, die Haar-Gummi-Imitation eines weiblichen Geschlechtsteils umgeschnallt – Architekt als Hure des Marktes. Hermann Simböck führt einen jungen Stier, von der Weide geholt, durch den Saal – der »sprachlose« Teil der »Herde«.
Die Aktion entwickelt sich zum Chaos, die Kongressteilnehmer fühlen sich um ihren Unterhaltungswert geprellt, die Salz-der-Erde-Akteure wird von den Architekten »militant« aus dem Saal gedrängt. Erregte Diskussion außerhalb des Hauses im großen Garten-Areal, der Einsatz der Polizei, Anzeigen des Hauseigentümers können abgewandt werden, positive Stellungnahmen von internationalen Architekten sind auch zu hören. Für Salz der Erde eine gelungene Veranstaltung, das Nachspiel ist ein langes Verhandeln um die Honorarforderungen.